Bildung und Transparenz

Diese Liste kandidiert 2018 erstmalig bei der StuPa-Wahl und möchte die Anliegen der Lehramtsstudierenden einbringen. Darüber, und über ihren Plan ein Referat für Lehramt einzurichten, sprechen sie im Interview.

Ihre Selbstdarstellung zur Wahl 2018 findet ihr ab S. 29 in der Wahlbroschüre des studentisches Wahlvorstandes.

Interview mit Nick, Johannes und Beat


Nick Oelrichs (24, 1. Semester M.Ed. Deutsch und Geschichte / 1. Semester „Deutsch im Mehrsprachigkeitskontext“), Johannes Mauch (26, im B.Ed. Informatik und Physik) und Beat Seemann (25, 1. Semester M.Ed. Geschichte und Englisch) vertraten im Gespräch mit uns ihre Liste.

1. Es geht darum euch kennenzulernen: Wofür steht allgemein die Liste „Bildung und Transparenz“?
Wir sind eine neue Liste mit Lehramtsstudierenden verschiedenster Fächer und kommen aus den Fachschaften Lehramt und Grundschullehramt. Wir wollen fachschaftsübergreifend zusammen Hochschulpolitik betreiben. Lehramtsstudierende machen derzeit mit rund 5.500 Studierenden etwas ein Siebentel der HU-Studierenden aus und laut aktuellen Plänen der HU sollen es perspektivisch sogar ein Viertel sein. Daher wollen wir ein explizites Wahlangebot für Studierende in Lehramts-Situationen sein und repräsentativ für diese.
Wir fordern Transparenz und eine verständliche Öffentlichkeitsarbeit von den studentischen Gremien wie StuPa und RefRat. Außerdem sollen Lehramtsstudierende im StuPa stärker vertreten sein. Daher fordern wir ein Referat für Lehramt, das Ansprechstelle für Lehramtsstudierende sein soll, da es für sie kein eigenes Institut oder Ähnliches gibt. Dieses soll die studentische Beteiligung professionalisieren, da die studentische Bearbeitung der rechtlichen, hochkomplexen Lehramt-Thematiken nicht ehrenamtlich stemmbar ist. Es soll Veränderungen an der HU hinterfragen, mitbestimmen können und der studentischen Stimme in hochschulpolitischen Debatten mehr Gewicht verleihen.

2. Wie lange ist „Bildung und Transparenz“ schon aktiv an der HU?
Im November 2017 haben wir uns als Liste zusammengeschlossen. Einige von uns sind schon länger in verschiedenen Gremien, wie z.B. Institutsräte und Kommissionen, aktiv. Auch in Fachschaften sind einige schon seit Jahren aktiv und konnten viele Erfahrungen sammeln.
Wir als Gruppe sind entstanden aus der „Aktionsgruppe für Qualität statt Quantität im Lehramt“, die es seit dem Sommersemester 2017 gibt, und sich gegen den Ausbau des Lehramts gegründet hat. Mit der Aktionsgruppe konnten wir ein Gespräch mit der Staatssekretärin Kracht und der Vizepräsidentin der HU für Lehre und Studium erreichen und dabei die Entstehung der AG zur Verringerung der Studienabbruchsquote anregen.

2.1 Was war der konkrete Anlass für die Gründung von „Bildung und Transparenz“?
Gegründet haben wird uns, weil wir unzufrieden waren mit dem vergangenen StuPa-Jahr. Viele gute Anträge wurden verworfen, dagegen wurden primitiv pöbelnde Stellungnahmen veröffentlicht, wie zum Beispiel in der Debatte um den Sichtachsen-Antrag zum Stadtschloss.
Ein weiteres Problem ist für uns die mangelnde Transparenz des StuPa: Auch als interessierte Studis bekamen wir nur wenig über die Arbeit von StuPa und RefRat mit, da Beschlüsse und Protokolle für Studierende ohne Vorwissen erst mit viel Zeitaufwand auffindbar sind und die Website des StuPa in weiten Teilen seit Jahren veraltet ist. Das ist ein Problem, denn wir vermuten, dass diese Probleme mit der Transparenz für Desinteresse und Unkenntnis bei Kommilitonen sorgen. Daher ist es uns wichtig, dass die Arbeit des StuPa nach außen getragen wird.
Ein weiterer Anlass für unsere Gründung ist das Ziel der HU, den Ausbau des Lehramts voranzubringen: Nach aktuellen Plänen der HU sollen sechs bis acht Mal mehr Studienplätze im Grundschullehramt angeboten werden. Auch sollen die Monostudiengänge zugunsten der Lehramtsstudiengänge Kapazitäten abgeben. Der Ausbau geht wahrscheinlich auf Kosten der Qualität der Lehre, das Lehrpersonal wird unverhaltnismäßig stark belastet und ist stark unterfinanziert. Uns ist wichtig, dass Studierende und das StuPa in diese Veränderungen eingebunden werden und sich an deren Planung beteiligen können. Letztendlich betreffen diese Veränderungen auch alle anderen Studierenden, weil Kapazitäten verändert und Verträge gekürzt werden.

3. Für das kommende StuPa kandidieren insgesamt 23 unterschiedliche Listen. Warum sollten die Studierenden bei der kommenden Wahl eure Liste wählen?
Weil Bildung und Lehrkräftebildung gesamtgesellschaftliche Themen sind und Bildung alle etwas angeht. Wir sind die einzigen, die sich konkret für Anliegen von Lehramtsstudierenden einsetzen, denn die Problematiken im Lehramtsstudium dürfen nicht an den anderen Fächern vorbeigehen. Daher wollen wir die studentische Perspektive in wichtigen hochschulpolitischen Fragen, wie dem Ausbau des Lehramtsangebotes stärken. Studierende sollen in den geplanten Ausbau von Lehramtsstudiengängen einbezogen werden und bei hochschulpolitischen Fragen mehr Mitbestimmung erhalten. Wir fordern mehr studentische Beteiligung in studentischen Gremien an der HU, um die Legitimität der Studierendenvertretung an der HU zu erhöhen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir oft nicht gefragt werden und daher darum kämpfen müssen, gehört zu werden und eine Stimme zu bekommen. Um den Ausbau des Lehramtsstudiums kritisch zu begleiten, fordern wir die Einrichtung eines Referates für Lehramt.
Durch Öffentlichkeitsarbeit wollen wir die Teilhabe an hochschulpolitischen Themen vereinfachen. Daher setzen wir uns für Transparenz ein, auch wenn uns bewusst ist, dass das kein Alleinstellungsmerkmal ist. Wir haben dafür viel Erfahrung in der Gremienarbeit und bringen Ideen zur transparenteren Arbeit mit.

4. StuPa, RefRat und Fachschaften erhalten unter anderem über die Beiträge der Studierenden zusammen über rund 780.000 €, ein Drittel davon steht dem StuPa zur Verfügung. Wie wollt Ihr dieses Geld einsetzen?
Für ein neues Referat für Lehramt, für eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit von StuPa und RefRat, sodass alle Studierenden mitbekommen, was besprochen wird und aktuell ist. Veranstaltungen von StuPa und RefRat sollen zudem vorraussetzungsarm, am Studienalltag orientiert und an alle Studierende gerichtet sein.
Wir wollen ein digitales Wählerverzeichnis einrichten, um die Durchführung der Wahlen zu unterstützen, die durch die Einführung der Campus Card komplizierter werden.
Zur Steigerung der Wahlbeteiligung wollen wir einen StuPa-Wahl-O-Mat einrichten, den es bereits an der Uni Hamburg gibt, außerdem wollen wir Info-Veranstaltungen der Listen vor dem Wahltermin zum Kennenlernen organisieren.

5. Bei der Wahl zum StuPa 2017 haben sich nur 7 % der Studierenden beteiligt. Warum sollten Studierende an der Wahl zum StuPa 2018 teilnehmen? Was können sie damit beeinflussen?
Für Studierende besteht eine Pflichtmitgliedschaft in der verfassten Studierendenschaft. Somit besteht unserer Ansicht nach ein Eigeninteresse darin zu wissen, was mit dem eigenem Geld passiert. Vor allem können Studierende aber mit Ihrer Stimme beeinflussen, wer im StuPa die Mehrheit hat und somit auch wer ihre Anliegen vertritt.
Mit mehr Wahlbeteiligung wird das StuPa legitimer und kann repräsentativer studentische Anliegen vertreten, zum Beispiel gegenüber der Landesregierung.

Kandidierende


1. Beat Seemann, 25, 1. Semester M.Ed. Geschichte und Englisch
„Ich kandidiere für das Stupa, damit das Stupa transparenter wird und Lehramtsstudierende darin besser repräsentiert werden.“

2. Nick Oelrichs, 24, 1. Semester M.Ed. Deutsch und Geschichte / 1. Semester „Deutsch im Mehrsprachigkeitskontext“
„Teilhabe attraktiver machen! Ich möchte mich dafür einsetzen, die Arbeit der universitären Selbstverwaltung bekannter zu machen – Zum Beispiel durch gepflegte Netzauftritte und ansprechend beworbene Veranstaltungen. Nur so kann Akzeptanz und Schlagkraft aufgebaut werden.“


3. Johannes Mauch, 26, im B.Ed. Informatik und Physik
„Mit meinem Doppelstudium im Kombibachelor Informatik/Physik (mit LA) und im Grundschullehramt Deutsch/Sonderpädagogik/Sport habe ich guten Einblick in verschiedenste Bereiche und Fächer der HU. Seit einem Jahr bin ich auch in der Fachschaft Lehramt und im Institutsrat der PSE aktiv. Ich setze mich v.a. für rationalen und sachlichen Diskurs ein. Mir ist wichtig, dass die studentische Meinung von „den oben“ in der HU gehört wird.“


4. Oskar Mansfeld, Geschichte / Mathe
„Ich studiere im ersten Semester Geschichte und Mathematik auf Lehramt und habe bereits Erfahrungen im Schulischen Betrieb gemacht. Von Anfang an wollte ich mich Hochschulpolitisch einbringen, bin bereits aktiv in den FSIs Geschichte und Lehramt. Ich stolperte dann darüber, dass viele Studierende gar nicht wissen was es mit StuPa, RefRat und Co. auf sich hat.
Unter anderem um für bessere Öffentlichkeitsarbeit bei Hochschulpolitischen Belangen zu sorgen, hat sich die Liste „Bildung und Transparenz“ aufgestellt, für die ich auf Platz 4 kandidiere.“

5. Stefan Knies, Philosophie / Physik
6. Lena Förste, Englisch / Philosophie


7. Julia Babiel, 26, 3. Semester B.Ed. Deutsch, Mathe und Sonderpädagogik (Grundschullehramt)

8. Niclas Frenz, Latein / Mathe
9. Susanna Schneider, Deutsch / Sachunterricht/Mathe (GS)
10. Christoph Springer, Englisch / Geschichte
11. Carsten Scharn, Deutsch / Mathe / Sonderpädagogik (GS)
12. Benjamin Tober, Sonderpädagogik / Mathe / Sachunterricht (GS)

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