Die Linke.SDS

Die Linke.SDS ist im aktuellen StuPa mit drei Sitzen vertreten. Im Interview kritisieren Nicole und Angelina die Uni und haben alternative Entwürfe für Gesellschaft und Hochschule parat.

Ihre Selbstdarstellung zur Wahl 2018 findet ihr ab S. 26 in der Wahlbroschüre des studentisches Wahlvorstandes.

Interview mit Nicole und Angelina


Nicole Möller (27, M.Sc. Integrated Natural Resource Management (INRM) ) und Angelina Quensel (25, Erziehungswissenschaften/ Kulturwissenschaften) kandidieren auf Platz 2 und 6 für Die Linke.SDS und waren bisher für ihre Liste noch nicht im StuPa.

1. Es geht darum euch kennenzulernen: Wofür steht allgemein „Die Linke.SDS“?
SDS bedeutet „sozialistisch-demokratischer Studierendenverband“. Wir sind nicht der historische SDS, den es schon bei der 68er-Bewegung gab und haben auch einen etwas anderen Namen. Aber wir bekennen uns zum historischen SDS. Aktuell sind wir eine bundesweite Organisation. Wir sind der Studierendenverband der Partie „Die Linke“ und unterstützen diese zum Beispiel im Wahlkampf. Wenn wir mit etwas nicht zufrieden sind, nehmen wir uns aber die Freiheit, die Partei zu kritisieren.
Wir sind antirassistisch, antiimperialistisch, feministisch und ökologisch. Unser Ziel ist es, Studierende zum politischen Engagement an und außerhalb der Uni zu bringen. Studierende sollen sich kritisch mit Themen aus der Gesellschaft auseinandersetzen können, sich theoretisch weiterbilden und in der Praxis mitmachen.
Wir sind vor allem aktiv in Bündnissen, unterstützen z.B. die Arbeitskämpfe der Charité-Mitarbeiter im Pflegebereich, waren bei den G20-Protesten und dem Bündnis gegen Pegida dabei und haben zusammen mit nicht-SDS-Mitgliedern ein Bündnis gegen die Kürzungen an der HU aufgebaut.

2. Wie lange ist Die Linke.SDS schon aktiv an der HU?
Wie lange es den SDS an der HU gibt wissen wir nicht so genau, weil wir noch nicht so lange dabei sind. Aber in etwa zehn Jahre.

3. Wofür habt Ihr euch im aktuellen StuPa engagiert, z.B. Projekte, Anträge? Was habt Ihr erreicht?
Grundsätzlich unterstützen wir jeden Antrag der sich für die sozialen Probleme der Studierenden einsetzt. Außerdem wollen wir die Mehrheitsverhältnisse beeinflussen und die linke Mehrheit im StuPa stärken, beispielsweise indem wir in Kontakt mit anderen linken Gruppen stehen und deren Anträge unterstützen. Das StuPa ist für uns ein Informationskanal für Informationen der Uni-Leitung für zukünftige Projekte.
Im StuPa unterstützen wir die Beratungsangebote des RefRats und die Kinderbetreuung, aber für uns kann das StuPa nicht die Veränderung ermöglichen, die wir uns wünschen. Dessen Befugnisse sind nicht vergleichbar mit denen von Parlamenten auf Bundes- oder Landesebene. Das ganze universitäre System können wir nicht durch Anträge verändern. Daher sind wir vor allem aktiv in den genannten außeruniversitären Bündnissen.

4. Der studentische Wahlvorstand veröffentlicht zu jeder Wahl die Selbstdarstellung der Listen, so auch 2017. Folgende Fragen haben wir zu Eurem Wahlprogramm:

4.1 Ihr schreibt, dass Ihr an die außerparlamentarische Tradition des SDS der 1968er anknüpfen wollt. Was versteht Ihr konkret darunter?
Wir wollen eine hegemoniale Linke in der Gesellschaft aufbauen, also linke Positionen in der Gesellschaft stärken und alternative Entwürfe für gesellschaftliche Probleme bieten. Außerdem Lösungen gegen den allgemeinen Rechtsruck finden, der auch bei den Grünen und der SPD auftritt.

4.2 Ihr wollt gegen den neoliberalen Umbau der Hochschule protestieren. Welche Veränderungen gehören aus eurer Sicht zu diesem Umbau?
Die Rolle der Unis ist durch Unterfinanzierung und Kürzungen bedroht. Zum Beispiel müssen die Fakultäten an der HU Einsparungen in Höhe von sieben Prozent bewerkstelligen. Wir finden aber, dass die Unis stattdessen mehr staatliche Unterstützung erhalten sollten.
Die Bologna-Reform brachte Leistungsdruck und Konkurrenzkampf unter die Studierenden. Fürher war das nicht so. Die Uni ist heute eine Fabrik für Leute, die sich spezialisieren und in Unternehmen und Leistungsservices eingeschleust werden sollen. Damit hat sie den Wert verloren, Wissen zu produzieren und kritisch zu reflektieren. Alles ist viel stärker auf den Beruf ausgerichtet. Auch Forschungsgelder werden für die berufsbezogene Spezialisierung verwendet. Das entspricht nicht dem Selbstverständnis der Uni.

5. Das 25. StuPa geht seinem Ende entgegen. Wie zufrieden seid Ihr mit der vergangenen Legislaturperiode?
Da wir beide im letzten Jahr nicht Vertreterinnen im StuPa waren, können wir dazu leider nichts sagen.

6. Im aktuellen StuPa gibt es insgesamt 18 unterschiedliche Listen. Warum sollten die Studierenden bei der kommenden Wahl eure Liste wählen? Wofür werdet Ihr euch einsetzen?
Weil es wichtig ist, sich mit politischen Dingen auseinanderzusetzen, sich selber zu positionieren und gesellschaftlich zu engagieren. Aus unserer Sicht ist linke Politik momentan unterrepräsentiert, wird jedoch durch die Wahl unserer Liste gestärkt.Wir setzen uns ein für eine feministische, antirassistische Uni und wir werden nicht zulassen, dass rechte Organisationen an der Uni auftreten.

7. StuPa, RefRat und Fachschaften erhalten unter anderem über die Beiträge der Studierenden zusammen über rund 780.000 €, ein Drittel davon steht dem StuPa zur Verfügung. Wie wollt Ihr dieses Geld einsetzen?
Wenn wir die Mehrheit im StuPa hätten, würden wir das Geld für Infoveranstaltungen einsetzen, zu denen wir linke Politiker und Referenten einladen. Wir würden Aktionen machen, mit denen wir die linke Politik an die Uni bringen und sie damit zu einem Ort des Diskutierens machen. Laufende Projekte wie die Kinderbetreuung würden wir weiterhin erhalten und eventuell auch die Institute finanziell unterstützen.

8. Bei der Wahl zum StuPa 2017 haben sich nur 7 % der Studierenden beteiligt. Warum sollten Studierende an der Wahl zum StuPa 2018 teilnehmen? Was können sie damit beeinflussen?
Um mitzuentscheiden, wofür die Gelder des StuPa eingesetzt werden. Außerdem ist es wichtig, dass es eine Studierendenvertretung an der Uni gibt, die sich für die Rechte der Studierenden einsetzt.

Kandidierende

1. Mert Cengiz, Rechtswissenschaft
„Die Bindung zur Partei verpflichtet mich zu Transparenz und einer authentischen sozialen Hochschulpolitik.“

2. Angelina Quensel, Erziehungswissenschaften / Kulturwissenschaften
3. Christoph Alberts, Philosophie / Europäische Ethnologie
4. Catriona Schmid, Slawische Sprachen
5. Matthias Danyeli, Sozialwissenschaften

6. Nicole Möller, INRM
„Wir wollen linke, feministische, antirassistische und solidarische Praxis an die Uni bringen. Nur so können wir als Studis gegen den gegenwärtigen gesellschaftlichen Rechtsruck einwirken.“

7. Miguel Nuñez von Voigt, Rechtswissenschaft
8. Sofia Banzhoff, Medizin
9. Jasper Stange, Geschichte
10. Titus Hinze, Biologie
11. Adrian Schneider, Sozialwissenschaften

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