Power of Science (PoS)

Power of Science wuden 2017 das erste Mal ins StuPa gewählt und sind aus dem Stand zweitstärkste Kraft geworden. Wie das gelungen ist und vieles andere, erzählen vier Mitglieder im Interview.

Ihre Selbstdarstellung zur Wahl 2018 findet ihr ab S. 25 in der Wahlbroschüre des studentisches Wahlvorstandes.

Interview mit Kim, Julius, Fabian und Tobias


Über Power of Science sprachen wir mit Kim Greis (1. Semester M.Sc. Chemie), Julius Stückrath (1. Semester M.Sc. Chemie), Fabian Müller (Doktorand Chemie) und Tobias Schwaigert (7. Semester B.Sc. Chemie).

1. Es geht darum euch kennenzulernen: Wofür steht allgemein Power of Science (PoS)?
Unser Ziel ist es alle Studierenden zu vertreten, auch wenn unsere Mitglieder momentan vor allem aus Adlershof kommen. Dieses Semester haben wir eine breit aufgestellte Liste mit Kandidierenden aus vielen verschiedenen Fachbereichen und Standorten der HU. Wir setzen uns dafür ein, dass Vorgänge im StuPa transparenter gestaltet werden und alle Ausgaben online einsehbar sind, sodass sie für jeden Studierenden ohne große Aufwand sichtbar sind.

2. Wie lange ist PoS schon aktiv an der HU?
Gegründet haben wir uns Ende 2016 und wurden 2017 direkt ins StuPa gewählt. Wir wollten wissen, wie es im Parlament abläuft und etwas ändern, denn von anderen hatten wir gehört, dass es dort zu Beleidigungen kommt und viele ideologisch vorgeprägt sind. Einige von uns waren bereits 2016 in der Liste „Perspektive HU“ im StuPa. Deren Erfahrungen halfen uns bei der Orientierung im Parlament.

2.1 Ihr seid also eine ganz neue Liste, 2017 zum ersten Mal angetreten und aus dem Stand gleich zweitstärkste Kraft mit 12,4% der Stimmen geworden. Wie war das eurer Meinung nach möglich?
Wir haben viele Leute aus unterschiedlichen Fachbereichen auf die Liste gestellt, die aktiv waren und ihr Umfeld motiviert haben, zur Wahl zu gehen. Außerdem hatten wir viel Werbung gemacht, also Flyer und Poster verteilt und klar gemacht, dass wir etwas an der derzeitigen Situation im StuPa ändern wollen. Dadurch konnten wir vermutlich auch einige Nichtwähler mobilisieren.

3. Wofür habt Ihr euch im aktuellen StuPa engagiert, z.B. Projekte, Anträge? Was habt Ihr erreicht?
Wir haben drei Anträge gestellt:

  1. Sitzungsort-Rotation: Während der Legislaturperiode sollten StuPa-Sitzungen nicht nur am Campus Mitte, sondern testweise auch einmal pro Jahr in Adlershof und am Campus Nord bzw. an der Charité stattfinden. Der Antrag wurde leider knapp abgelehnt.
  2. Sichtbarkeit des StuPa: Protokolle, Beschlüsse und Informationen zu den Sitzungen sollten durch zwei Öffentlichkeitsbeauftragte besser zugänglich gemacht und mehr an Studierende verbreitet werden. Derzeit gibt es nur sehr lange Dokumentationen der Sitzungen, die durch kürzere und verständlichere Versionen abgelöst werden sollten. Der Antrag wurde abgeändert zur Gründung einer Arbeitsgruppe, der angenommen wurde.
  3. Arbeitsgruppe zur gemeinsamen Wahlwerbung: Ziel war die Bildung einer gemeinsamen, listenübergreifenden Arbeitsgruppe zur Werbung für die Wahl. Der Antrag wurde abgelehnt, mit Verweis auf die Zuständigkeit des Wahlvorstandes für die Wahlwerbung. Jetzt findet die Listenwerbung weiter einzeln statt.

4. Der studentische Wahlvorstand veröffentlicht zu jeder Wahl die Selbstdarstellung der Listen, so auch 2017. Folgende Fragen haben wir zu Eurem Wahlprogramm:

4.1 Ihr hattet unter anderem gefordert, die Finanzen im StuPa transparenter zu gestalten. Wie seid Ihr in diesem Bereich weiter gekommen?
Bislang konnten wir in diesem Bereich noch keine großen Erfolge erzielen. Die Finanzen können zwar beim Finanzreferat eingesehen werden, aber wir werden weiter darauf hinarbeiten, dass die Ausgaben transparent im Internet aufgelistet werden. Andere Listen teilen diese Meinung und wir werden dieses Jahr die Zusammenarbeit weiter intensivieren, damit wir hier was erreichen können.

4.2 Wie habt Ihr die Forderung nach mehr Transparenz im StuPa und einer besseren Öffentlichkeitsarbeit aus dem letzten Jahr umgesetzt?
Die Forderungen wurden von uns im Parlament eingebracht indem wir die genannten Anträge stellten und darüber diskutierten. Die Ideen unserer Anträge werden oft begrüßt, aber trotzdem aus unerklärlichen Gründen abgelehnt. Einige Listen haben aber die gleichen Forderungen wie wir, sodass wir uns dieses Jahr schon bereits bei einigen Anträgen zusammengetan haben. Wir werden nächstes Jahr versuchen, mit weiteren Listen zusammenzuarbeiten, um unsere Ideen auch in die Tat umzusetzen.

5. Das 25. StuPa geht seinem Ende entgegen. Wie zufrieden seid Ihr mit der vergangenen Legislaturperiode?
Mit uns selbst sind wir sehr zufrieden, denn wir haben Präsenz gezeigt und Themen angesprochen, an denen gearbeitet werden muss, beispielsweise Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit. Damit hatten wir nicht immer Erfolg, aber wir konnten die anderen zumindest etwas nerven. Vor allem hat es uns aber Spaß gemacht, uns im StuPa einzusetzen und etwas zu bewegen.
Mit dem StuPa sind wir eher unzufrieden, denn zu oft geht es nicht darum, dass verschiedene Meinungen gehört werden und es einen Diskurs dazu gibt. Stattdessen ist leider ein oft gehörtes Argument: Wir ändern das nicht, weil wir das schon immer so gemacht haben.

6. Im aktuellen StuPa gibt es insgesamt 18 unterschiedliche Listen. Warum sollten die Studierenden bei der kommenden Wahl eure Liste wählen? Wofür werdet Ihr euch einsetzen?
Wir setzen uns für eine sachliche und respektvolle Diskussion im Parlament und eine sinnvolle Verwendung der Studierendenbeiträge ein. Vor allem aber für Transparenz: Allen Studierenden soll klar sein, was StuPa und RefRat sind und was diese für sie bedeuten. Auch soll die Verwendung der Gelder leicht und schnell einsehbar sein. Zudem ist es uns wichtig, dass Posten für Referate öffentlichkeitswirksam ausgeschrieben werden sollen, sodass alle Studierende ihr Recht, für die jeweiligen Posten zu kandidieren auch wahrnehmen können.

7. StuPa, RefRat und Fachschaften erhalten unter anderem über die Beiträge der Studierenden zusammen über rund 780.000 €, ein Drittel davon steht dem StuPa zur Verfügung. Wie wollt Ihr dieses Geld einsetzen?
Sinnvolle Dinge wollen wir weiterhin unterstützen, wie die Arbeit in den Referaten, wozu unter anderem die Organisation der Kinderbetreuung gehört. Des Weiteren finden wir es gut, dass Studierende aus auslaufenden Diplom-Studiengängen vom StuPa unterstützt werden.
Es gibt aber auch Veranstaltungen, deren effektiver Nutzen für die Studierendenschaft fraglich ist. Die Historische Kommission (HisKom) bekommt beispielsweise jedes Jahr einen Haushalt von mehreren 1000€ bewilligt, jedoch kann man als Studierender nur schwer einsehen was damit geschieht, auch wenn es eindeutig in den StuPa-Protokollen festgehalten wird. Das liegt vor allem daran, dass die Webseite der HisKom seit mehreren Jahren nicht aktualisiert wurde und man auch über weitere Kanäle keine Informationen über diese Kommission und ihre Veranstaltungen erlangt. Zudem gibt es weitere Veranstaltungen, für die jedes Jahr tausende Euro bewilligt werden, aber nur von einem geringen Teil der Studierendenschaft besucht werden.

8. Bei der Wahl zum StuPa 2017 haben sich nur 7 % der Studierenden beteiligt. Warum sollten Studierende an der Wahl zum StuPa 2018 teilnehmen? Was können sie damit beeinflussen?
Studierende sollten auf jeden Fall wählen gehen, um am demokratischen Prozess teilzunehmen. Wir glauben, dass sich sowieso viel mehr beteiligen würden, wenn der Wahltermin bekannt ist und man mehr Werbung dafür macht. Das StuPa hat viel Potential, das wir nutzen wollen.
Durch die Teilnahme an der Wahl können Studierende Einfluss auf die Entscheidungsprozesse im StuPa nehmen. Es ist uns wichtiger, dass die Studierenden überhaupt wählen gehen, als dass sie uns wählen.

Kandidierende


1. Babette Beher, 21, 5. Semester B.Sc. Biologie
„Ich muss ehrlich gestehen, dass ich vor einem Jahr selbst noch nicht so recht wusste, was das StuPa eigentlich ist oder macht. Ich bin also in meine erste StuPa-Sitzung ohne jegliche Erwartungen reingegangen und war am Ende etwas schockiert. Vor allem den Umgang miteinander fand ich schlimm und nicht richtig. Ich bin der Meinung, es muss sich dringend etwas am Umgang ändern. Zusätzlich kann es nicht sein, dass konstruktive Anträge abgelehnt werden, ohne sinnvolle Begründungen der Gegenstimmenden, während Anträge die der Studierendenschaft wirklich keine Vorteile bringen angenommen werden. Das beste Beispiel hierfür ist der Antrag, dass das Stadtschloss nach seiner Fertigstellung wieder abgerissen werden soll, da es die Sichtachse auf das Nikolaiviertel behindert. Zusätzlich möchte ich anbringen, dass es schockierend ist, dass gefühlte 90 % der Studierenden der HU leider nicht wissen, was das StuPa ist oder macht. Genau hier sollten schnell Änderungen vorgenommen werden und dafür würde ich mich auch wieder einsetzen wollen in der nächsten Legislaturperiode.“

2. René Burghardt, Informatik
3. Kyra Damp, Geographie
4. Stephanie Day, Informatik


5. Julia Di Giulio, 24, 5. Semester B.A. Bibliotheks- und Informationswissenschaft

6. Mara Diethold, Psychologie


7. Felix Friedrich, 21, im Master Chemie
„Der Tolerante trotzt dem Rotz der intoleranten Trolle.“

8. Emil Fuhry, Chemie

(Foto: Matthias Heyde)
9. Kim Greis, 22, 1. Semester M.Sc. Chemie
„Als Mitbegründer der Liste Power of Science ist es mir ganz wichtig, dass Vorgänge im Studierendenparlament und im RefRat transparenter gestaltet werden. Es ist schwer, als Außenstehender Informationen über diese Gremien (wie zum Beispiel Termine über anstehende Wahlen, für die sich jeder bewerben kann) zu erhalten. Auch die Internetpräsenz des StuPas lässt zu wünschen übrig. Ich werde mich außerdem dafür einsetzen, dass die Ausgaben des StuPas ganz einfach im Internet aufgelistet und einsehbar sind. Für ein StuPa, das sich sichtbar für alle Studierenden einsetzt!“

10. Victoria Gun, Chemie
11. Björn Hagedorn, Chemie
12. Sarah Hansen, Chemie
13. Reni Hartfiel, Chemie
14. Christian Heinekamp, Chemie
15. Annemarie Kaffler, Psychologie
16. Antonia Kaffler, Biologie
17. Christophe Klares, Geschichte und Russisch


18. Lena Kleine Büning, 22, 5. Semester B.Sc. Psychologie
„Viele Studierende können mit dem Begriff StuPa nichts anfangen – das sollte in meinen Augen nicht so sein. Selbst wenn interessierte Studierende den Weg zu einer Sitzung finden, werden sie dort von einer sehr unangenehmen Diskussionskultur und festgefahrenen Strukturen empfangen. Das schreckt ab! Beschlüsse sollten konstruktiv diskutiert und allen Studierenden leicht zugänglich gemacht werden. Meiner Meinung nach gehört genau das zu den Aufgaben eines Parlamentsmitglieds.“

19. Markus Klunk, Europäische Literaturen
20. Anneke Lipinski, Psychologie
21. Lukas Lommel, Chemie

22. Niklas Maamar, 22, 1. Semester Promotion Rechtswissenschaft
„Schon seit mehreren Jahren verfolge ich die Hochschulpolitik an der HU und würde mich jetzt gerne mit Deiner Stimme aktiv einbringen. Leider ist das StuPa viel zu oft Ort von ideologischen oder parteipolitischen Auseinandersetzungen, die an der Realität der heutigen Studierenden vollkommen vorbeigehen. Es ist frustrierend zu sehen, wie häufig statt inhaltlicher Fragen nur offensichtlich sinnlose Spaßanträge diskutiert werden. Ich würde gerne einen Gegenpunkt dazu setzen und konstruktive Arbeit leisten, die an den Interessen der Studierendenschaft ausgerichtet ist. Dazu gehört in meinen Augen insbesondere eine ordentliche Kontrolle von Tätigkeit und Ausgaben des RefRats sowie eine stärkere Transparenz der studentischen Selbstverwaltung. Konkret sollten etwa alle Protokolle und Wahlankündigungen zeitnah und vollständig im Internet einsehbar sein – genauso wie die Ausgaben des StuPa, schließlich geht es hier um unser Geld. Für eine transparente und ehrliche Hochschulpolitik! “

23. Justine Maske, Chemie
24. Oliver Maus, Chemie
25. Felix Meißner, Chemie
26. Gregor Möhs, Chemie
27. Fabian Müller, Chemie
28. Olinda Pinto Veiga, Biologie
29. Anne Quensel, Chemie
30. Axel Rehfuß, Mathematik
31. Alexander Relling, Chemie
32. Annika Richter, Chemie
33. Josephine Scheurell, Chemie

34. Tobias Schwaigert, 22, 7. Semester B.Sc. Chemie
„Wir setzen uns gegen jegliche Art von Diskriminierung ein, sei es von Seiten der Uni oder auch im StuPa selbst. Im gleichen Atemzug hinterfragen wir Maßnahmen, die ergriffen werden, um dem Problem vorzubeugen, aber effektiv kaum einen Nutzen zeigen. Das StuPa soll Maßnahmen ergreifen, um den Studierenden den Alltag zu erleichtern. Leider passiert es oft, dass Anträge mit Mehrwert für die Studierendenschaft abgelehnt werden, z.B. für ein Ampelsystem in den Bibliotheken oder die Anerkennung von pro-europäischen und Kommunikationsinitiativen wie TedxHu-Berlin und European horizons. Ein weiteres Interessantes Beispiel ist der Standort des Stupa: Es hat mich schockiert, als jemand aus dem Präsidium des StuPas gesagt hat, sie hätte „keinen Bock“ nach Adlershof zu fahren, als wir einen Antrag gestellt haben, dass einmal pro Jahr auch eine Sitzung an den Standorten Nord und Adlershof stattfinden soll. Auch dieser Antrag wurde leider abgelehnt. Neue Mitglieder und meist auch Antragsteller werden im StuPa leider nicht Ernst genommen. Obwohl das StuPa den Anschein gibt, sich für Minderheiten und gegen Diskriminierung einzusetzen, wird sich oft lustig über jemanden gemacht.“


35. Malte Schwitzkowski, 22, 7. Semester B.Sc. Chemie
„Als einziges seriöses Mitglied meiner Liste setze ich mich für wirklich wichtige Themen ein. Bspw. für die Ausstattung der Hörsäle mit Rolltreppen, den Bau eines Schwimmbades unter dem Campus oder für ein Anrecht auf grüne Klassenzimmer.
Konstruktiv geht anders.“

36. Annabelle Selke, Mathematik/ Latein
37. Aaron Strangfeld, Physik

38. Julius Stückrath, 23, 1. Semester M.Sc. Chemie
„Es ist erstaunlich, wie man teilweise im StuPa wahrgenommen wird, obwohl sich die Interessen der anderen von den eigenen nur gering unterscheiden. Im vergangenen Jahr wurden unsere Anträge oft anders aufgefasst, als sie von uns geplant wurden. Das liegt auch daran, dass viele (neue) Ideen dort abgewiesen werden, weil sie manchen Leuten persönlich nicht gefallen. Ich bin für mehr Experimentierfreude im Hinblick auf neue Einfälle, ein Eingestehen von Fehlern, wenn etwas nicht geklappt hat und eine offene und faire Redekultur im StuPa!“

39. Ruben Tag, Chemie/ Mathematik
40. Nils Uhl, Chemie
41. Ann Christin Vietor, Mathematik
42. Charlotte Walter, Mathematik/ Chemie
43. Henriette Walter, Chemie
44. Isabella Werz, Biologie
45. Mugrin Willmann, Slawistik/ Spanisch

46. Paul Winter, 21, 208cm, 7. Bachelor-/ 1. Mastersemester Physik
„Als Neuling in der Hochschulpolitik setze ich mich für offene und übersichtliche Zugangsmöglichkeiten für relevante Informationen ein; Jemandem der sich informieren will, sollte man keine Steine in den Weg legen, es ist schon unübersichtlich genug. Ein respektvoller Umgang und eine konstruktive Diskussionskultur sollte ein Standard sein und nichts was man fordern muss. Daher glaube ich, dass es dem StuPa an Größe fehlt. Weiterhin setze ich mich für all jene Anträge ein, die ein Mehrwert für die Studierendenschaft bringt, unabhängig von Klischees oder Vorurteilen.“

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