RCDS – Die Studentenunion

RCDS steht für „Ring Christlich-Demokratischer Studenten“. Die Liste ist seit 1994 im HU-StuPa aktiv. Derzeit hat sie drei Sitze im Parlament inne.

Ihre Selbstdarstellung zur Wahl 2018 findet ihr ab S. 30 in der Wahlbroschüre des studentisches Wahlvorstandes.

Interview mit Dennis

Dennis Weihrauch ist Spitzenkandidat des RCDS, studiert BWL im Master (1. Semester) und sprach mit uns über Selbstverständnis und Ziele der Liste.

1. Es geht darum euch kennenzulernen: Wofür steht allgemein der RCDS?
Mit uns wird meist konservative Politik verbunden, weil wir der CDU nahe stehen. Aber zu unserem Selbstverständnis gehört nicht konservative Politik. Vielmehr wollen wir uns mit studentischen Problemen beschäftigen und für diese Lösungen finden. Im StuPa wollen wir keine ideologischen Debatten führen. Es geht uns um eine sachliche Auseinandersetzung und Diskussion und darum, gemeinsam mit anderen Listen Kompromisse zu finden. So schließen wir nicht per se aus, mit anderen Listen zu reden oder zusammenzuarbeiten. Diese Einstellung teilen nicht alle Listen.

1.1 Wie äußert sich die Parteinähe zur CDU?
Wir sind keine Organisation der CDU oder Jungen Union, sondern sind als Hochschulgruppe politisch autonom und erhalten keine inhaltlichen oder politischen Vorschriften. Viele Listen-Mitglieder sind auch Mitglied in der CDU oder Jungen Union und teilen ein christliches Verständnis. Im StuPa wollen wir das aber nicht betonen.

2. Wie lange ist der RCDS schon aktiv an der HU?
Seit 1994, also ungefähr seit der Gründung des StuPa, ist der RCDS zu allen StuPa-Wahlen angetreten.

3. Wofür habt Ihr euch im aktuellen StuPa engagiert (z.B. Projekte, Anträge)? Was habt Ihr erreicht?
Wir haben Anträge von anderen Listen unterstützt, z.B. von der Säkular-Humanistischen Liste, Power of Science, FSI Charité und der Liberalen Hochschulgruppe. Zu unseren Anliegen gehört es, die Wahlbeteiligung zu steigern, weshalb wir einen Antrag im Mai für „Maßnahmen zur Erhöhung der Wahlbeteiligung“ unterstützt haben, den eine listenübergreifende Arbeitsgruppe angeregt hat, die sich mit Ideen zur allgemeinen Wahlwerbung und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen sollte. Erste Vorschläge waren Info-Stände, die Aktualisierung der StuPa-Webseiten und der StuPa-Aushänge. Man muss abwägen, was optimal ist. Leider wurde der Antrag abgelehnt.
Wir selbst hatten einen Antrag zur Bibliotheksampel gestellt, welche online die aktuelle Sitzplatzauslastung im Grimm-Zentrum anzeigen könnte. Zur Frage der Umsetzung hatten wir uns an andere Universitätsbibliotheken gewendet, die dieses System bereits verwenden. Die Einführung wäre auch gar nicht so teuer gewesen, der Antrag wurde aber abgelehnt. Daher haben wir den späteren Antrag der LHG unterstützt, die ein allgemeineres System zu Weiterentwicklung der Bibliothek anregten.
Wir setzen uns für die Verlängerung der Mensaöffnungszeiten ein, da es zu Stoßzeiten um die Mittagszeit sehr voll ist und man kaum einen Platz bekommt. Derzeit sind wir noch im Gespräch mit dem Studierendenwerk, das die Mensen betreibt.
Des weiteren möchten wir das Online-Konzept der Uni bzw. der Lehre ausbauen: Vortragsunterlagen sollen online gestellt und Podcasts erstellt werden. Eine häufige Angst der Dozierenden ist, dass niemand mehr zu den Veranstaltungen kommt, wenn alles online ist. Aber der Versuch an anderen Unis hat gezeigt, dass diese Angst unbegründet ist. Die Humboldt-Universität stellt sich sehr fortschrittlich dar, daher sollte sie das in der Digitalisierung auch nachholen, finden wir.
Wir wollen im StuPa mehr Transparenz bei der Bewerbung von Referenten für den RefRat. Dazu haben wir einen Antrag gestellt, der mit der Begründung abgelehnt wurde, dass der bisherige Vorstellungstext, den Bewerber an das StuPa reichen sollen, ausreicht. Wir finden es aber problematisch über Kandidaten abzustimmen, die erst seit zwei Minuten bekannt sind. Die können zwar in dem Moment gestellt werden, aber es wäre einfacher, wenn man sich darauf vorbereiten kann. Manchmal fallen einem die relevanten Fragen nicht sofort ein, sie sind für den Bewerber schwer zu beantworten oder persönlich. Außerdem verlängert das alles die StuPa-Sitzung.

4. Der studentische Wahlvorstand veröffentlicht zu jeder Wahl die Selbstdarstellung der Listen, so auch 2017. Folgende Fragen haben wir zu Eurem Wahlprogramm:

4.1 Wir hatten bereits mit der Liste „Liberale Hochschulgruppe“ (LHG) gesprochen und bisher fällt uns auf, dass der RCDS inhaltlich sehr ähnlich ist. Wie siehst Du das?
Inhaltlich stehen wir der LHG tatsächlich sehr nahe. Listen entstehen nicht in Absprache, sondern durch das Zusammenfinden von Studierenden. Dadurch gibt es sehr viele Listen mit ähnlichen inhaltlichen Zielsetzungen, aber das ist meiner Meinung nach ein Vorteil, weil das die Diskussion bereichert und die Lösungen vielfältiger sind.
Ein Unterschied zwischen uns und der LHG ist zum Beispiel deren Forderung nach 24-Stunden-lang geöffneten Bibliotheken. Das sehen wir kritisch, denn Studierende sind jetzt schon einen Großteil ihrer Zeit mit den Aufgaben für das Studium beschäftigt. Nachts um drei müssen wir nicht auch noch daran sitzen.

4.2 In eurem Wahltext von 2017 schreibt Ihr, dass ihr euch „gegen einseitige Debatten“ stellt. Inwieweit sind die Debatten im StuPa einseitig?
Das ist mittlerweile besser geworden, da es mehr Listen gibt, die kritisch nachfragen, wodurch es offenere Diskussionen gibt. Vorher waren kritische Rückfragen sehr unbeliebt und es wurde keine inhaltliche Diskussion geführt, wir wurden oftmals persönlich angegangen oder mit lang zurückliegenden Aktivitäten unserer Liste konfrontiert, für die wir nicht verantwortlich sind.

5. Das 25. StuPa geht seinem Ende entgegen. Wie zufrieden seid Ihr mit der vergangenen Legislaturperiode?
Ich habe da gemischte Gefühle. Ein Vorteil dieser Legislatur war, dass mehr Listen im StuPa sind und sich Personen mehr der Diskussion stellen mussten. Leider gibt es immer noch viel grundsätzliche Ablehnung und wenig inhaltliche Befassung. Wir erleben viel pauschale Vorverutrteilung. Wenn ich in den Wahlzettel für das 26. StuPa schaue, bin ich optimistisch, denn es gibt viele neue Listen-Bewerbungen, die die Sitzungen beleben werden.

6. Für das kommende StuPa bewerben sich insgesamt 23 unterschiedliche Listen. Warum sollten die Studierenden bei der kommenden Wahl eure Liste wählen? Wofür werdet Ihr euch einsetzen?
Für einen wirtschaftlichen Umgang mit dem Geld der Studierendenschaft. Entscheidungen werden von uns nicht aufgrund von Ideologie getroffen. Außerdem können sich Studierende aus jeder Fakultät mit Vorschlägen oder Ideen an uns wenden, die wir gern versuchen umzusetzen, wenn wir sie sinnvoll finden.

7. StuPa, RefRat und Fachschaften erhalten unter anderem über die Beiträge der Studierenden zusammen über rund 780.000 €, ein Drittel davon steht dem StuPa zur Verfügung. Wie wollt Ihr dieses Geld einsetzen?
Abgesehen von den Gehältern sind der größte Kostenpunkt die Veranstaltungen. Wir sind für die Unterstützung des Spektrums der Veranstaltungen, wollen aber nicht, dass nur linke Veranstaltungen gemacht werden und andere nicht. Weiterhin fällt auf, dass bei manchen Veranstaltungen die Kosten beispielsweise für Podcasts ungewöhnlich hoch sind. Dort könnte man vielleicht ansetzen.
Die Referatsstruktur vom RefRat ist im Vergleich zu anderen Unis sehr umfangreich und auch kostenintensiv, da die Referenten eine Aufwandsentschädigung erhalten. Wir wollen nicht von vornherein eine Streichung von Referaten vorzuschlagen, da damit auch das Beratungsangebot für Studierende beeinträchtigt werden könnte, aber wir möchten überprüfen, in welchem Umfang die Struktur benötigt und genutzt wird.

8. Bei der Wahl zum StuPa 2017 haben sich nur 7 % der Studierenden beteiligt. Warum sollten Studierende an der Wahl zum StuPa 2018 teilnehmen? Was können sie damit beeinflussen?
Es ist sehr problematisch, dass die Wahlbeteiligung für das StuPa so gering ist. Wir gehen davon aus, dass es daran liegt, dass Studierende zu wenig darüber und über die gute Arbeit der Referate wissen, z.B. die Sozialberatung des RefRat.
StuPa und RefRat repräsentieren die Studierenden gegenüber der Unileitung und es ist wichtig, dass das Parlament dafür eine starke Stimme hat, also eine hohe Beteiligung bei der Wahl. Das StuPa zählt momentan für die Unileitung nicht so viel. Wenn man nicht die Möglichkeit hat, sich selbst zu engagieren, sollte man andere dabei unterstützen.

Kandidierende

1. Dennis Weihrauch, Betriebswirtschaftslehre

2. Domenic Teipelke, Geschichte/ Regionalstudien Asien/Afrika

3. Dustin Kass, Chemie

4. David Giorgobani, Betriebswirtschaftslehre/ Mathematik

5. Tine Feddersen, Rechtswissenschaften

6. David Rodriguez Edel, Wirtschaftsinformatik
„Ich setze mich für die Konsolidierung der handlungsfähigen Opposition im StuPa, die seit ca. 3 Jahren für ein bisschen mehr Transparenz in diesem Gremium und im RefRat sorgt, für ein respektvolles und insbesondere nicht gewaltsames Miteinander innerhalb vom StuPa, in der ganzen Universität und im Studierendenwerk, für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Budget der Studierendenschaft und auch dafür, dass nur Nicht-Mitglieder vom StuPa
für die Posten im RefRat kandidieren können, damit kein Interessenkonflikt mehr in der studentischen Selbstverwaltung der HU vorhanden ist.“

7. Sophie Beckmann, Rechtswissenschaften

8. Malte Benfeldt, Rechtswissenschaften

Kontakt