StuPa Progressiv

Zum ersten Mal bewirbt sich diese Liste für das StuPa. Im Interview erklären sie ihre Hauptanliegen, Transparenz und Professionalität, und machen Vorschläge für deren Umsetzung im StuPa.

Ihre Selbstdarstellung zur Wahl 2018 findet ihr ab S. 24 in der Wahlbroschüre des studentisches Wahlvorstandes.

Interview mit Trixi und Jonathan

Die Fragen für Ihre Liste beantworteten Beatrix „Trixi“ Katzer (22, 7. Semester Bachelor BWL) und Jonathan Verlohren (22, 1. Semester MEMS).

1. Es geht darum euch kennenzulernen: Wofür steht allgemein „StuPa Progressiv“?
Unsere beiden großen Anliegen sind Transparenz und Professionalität, die ineinander übergehen. Weil im StudentInnenParlament (StuPa) zum Beispiel nicht professionell geredet oder miteinander umgegangen wird, kommt es auch öfter vor, dass etwas nicht ins Protokoll aufgenommen wird und das StuPa damit intransparenter arbeitet. Wir wollen uns für Transparenz einsetzen, weil viele Studierende, insbesondere Erstsemester, nicht wissen, was das StuPa ist oder macht. Selbst engagierte Studierende, z.B. wir in den Fachschaften, haben nicht immer einen Eindruck davon. Wir finden, das ist ein Problem. Daher ist unser erstes Anliegen, die Transparenz im StuPa und an anderen Punkten in der Uni zu verbessern. Dazu zählt vor allem die Außenwirkung von zum Beispiel den Gremien der HU.
Professionalität ist uns wichtig, weil wir finden, dass der aktuelle Umgang miteinander und die Diskussionsführung im StuPa dem höchsten studentischen Gremium auf keinen Fall angemessen ist. Wir haben uns einen eigenen Eindruck von StuPa-Sitzungen gemacht. Dabei sind uns ein paar Punkte in der Struktur aufgefallen, bei denen wir Verbesserungsideen hätten.

2. Wie lange ist eure Liste schon aktiv an der HU?
Seit November 2017 gibt es uns als Liste StuPa-Progressiv. Seit mehreren Jahren sind wir schon in unterschiedlichen Gremien aktiv. Es gibt niemanden bei uns, der keine Erfahrungen im Engagement hat und das ist auch unser Vorteil: Wir kennen schon ein großes Spektrum von studentischer und akademischer Selbstverwaltung und Wissen um die Arbeit in einem Gremium. Dieses Wissen wollen wir konstruktiv ins StuPa einbringen.

3. Gibt es einen speziellen Anlass für eure Gründung?
Anlass waren eigentlich der Artikel der UnAuf und die Protokolle der Säkular-Humanistischen Liste, die wir diskutiert haben. Wir haben uns gefragt, ob die vorgetragenen Probleme stimmen und konnten es natürlich nicht einschätzen, weil uns vieles nicht bekannt war. Schließlich haben wir uns eine Sitzung angeguckt und entschieden, selbst aktiv mitwirken zu wollen. Es gibt universitätsweite Anliegen, die nur im StuPa zu ändern sind. Wir wissen aber natürlich auch, mit wie viel Arbeit das verbunden ist.
Ein Wort zum UnAuf-Artikel: Wir finden es wichtig, dass mit Informationen falschen Fakten vorgebeugt wird, die sonst als Probleme des StuPa kursieren. Zum Beispiel wird unserer Ansicht nach die Geldervergabe an die RefRat-Referent*innen im UnAuf-Artikel durch Summierung als sehr hoch dargestellt. Dabei ist die Aufwandsentschädigung eigentlich gar nicht so hoch, da der Grundbetrag für alle Referate der gleiche ist, sich aber auf mehrere Referent*innen aufteilt.

4. Der studentische Wahlvorstand veröffentlicht zu jeder Wahl die Selbstdarstellung der Listen. Folgende Fragen haben wir zu Eurem Wahlprogramm:

4.1 Was bedeutet für euch „progressiv“ im Namen eurer Liste?
Andere haben eine weltanschauliche, politische Liste, aber wir wollen eine allgemeine Liste für alle Studierende sein. Wir haben keine politische Ausrichtung oder Interessenvertretung. Auf der Metaebene fordern wir, dass sich die Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Arbeit des StuPa verbessert.

4.2 Ihr fordert die Restrukturierung der Referate. Wie genau soll diese aussehen?
Wir haben den Eindruck, dass die Struktur und Arbeit der Referate nicht sehr transparent ist. Das kann für den RefRat aber auch die Studierendenschaft negative Folgen haben: Unrichtige Vorwürfe an die Referenten und Studierende fühlen sich nicht inkludiert. Wir finden es gut, dass viele Interessen durch die Referate vertreten werden, können uns aber auch vorstellen, dass viele Studierende mit diesen Interessen nicht von dieser Anlaufstelle wissen, wie zum Beispiel Studierende unterschiedlicher sexueller Orientierungen. Die Transparenz in den Referaten ist derzeit fragwürdig, unabhängig davon, ob ihre Existenz berechtigt ist oder nicht. Wir wollen in diesem Interview noch keinen konkreten Vorschlag über die Struktur der Referate machen, weil wir dies erst genau untersuchen müssen. Wir möchten aber von Anfang an dafür sorgen, dass sich die Referate besser koordinieren.
Außerdem ist bei uns der Eindruck entstanden, dass der RefRat nicht den Wunsch hat, transparenter oder öffentlichkeitswirksam-verständlicher zu arbeiten, was wir dem Gremium unangemessen finden. Warum gibt es keine Informationen in englischer Sprache? Warum gibt es keine transparenten Kriterien zur Anerkennung studentischer Initiativen? Das trägt nicht zur Förderung proaktiven Engagements unter Studierenden bei.

4.3 In der Selbstbeschreibung eurer Liste seht Ihr es als eure Aufgabe, euch für das „Wohl von allen Studierenden der Humboldt-Universität“ einzusetzen. Wie stellt Ihr euch das Wohl aller vor und wie wollt Ihr dieses erreichen?
Das bedeutet, dass es nicht unser Ziel ist, nur etwas für unsere jeweils eigene Fakultät zu tun. Das wäre auch nicht nötig, denn hier sind schon viele Studierende aktiv und es gibt eine gute Zusammenarbeit mit den Professoren. Wir wollen uns für alle Studierenden einsetzen und zum Beispiel strukturellen Problemen begegnen und Verbesserungsmöglichkeiten an der gesamten HU etablieren. Wir stehen nicht für Partikularinteressen.
Es sollen Arbeits- und Kommunikationsflüsse zwischen den zentralen akademischen Uni-Stellen und den Studierenden an der HU vereinfacht und verbessert werden. Es gibt bereits Kooperationen, die aber verbesserungswürdig sind. Oft ist Kommunikation ein Problemfaktor. Wenn Informationen für Studierende schneller zugreifbar gemacht würden, könnten diese schneller davon profitieren.

5. Für das kommende StuPa kandidieren 23 unterschiedliche Listen. Warum sollten die Studierenden bei der kommenden Wahl eure Liste wählen? Wofür werdet Ihr euch einsetzen?
Erstens wollen wir für alle Studierenden sprechen. Wir wollen das StuPa transparenter und professioneller machen und für konstruktiven Austausch sorgen.
Zweitens wollen wir als Liste für andere Studierende sprechen und Anlaufpunkt für studentisches Engagement und gute Ideen sein. Wir sind selbst unabhängig, vertreten keine feste politische, weltanschauliche Meinung, und kommen aus vielen Fakultäten. Wir sind eine gute Adresse, um gemeinsam das StuPa zu ändern.

6. StuPa, RefRat und Fachschaften erhalten unter anderem über die Beiträge der Studierenden zusammen über rund 780.000 €, ein Drittel davon steht dem StuPa zur Verfügung. Wie wollt Ihr dieses Geld einsetzen?
Der Einsatz des Geldes sollte sich an der Frage orientieren: „Wie können wir Studierenden in ihrer Gesamtheit an der Universität am besten helfen?“ Das halten wir für am wichtigsten und übergeordneter als explizite Vorschläge. Wir haben uns auf keine bestimmten Bereiche festgelegt und keine konkreten Vorhaben. Wir wünschen uns da proaktives Engagement der Studierenden, die sich gern melden, etwas einbringen und damit selbst etwas voranbringen können. Studierenden-Vorhaben sollen die Chance haben finanziell unterstützt zu werden, ohne politische Ablehnung zu erfahren. Denn die Uni lebt von Vielfalt und es gibt genug Leute die sich engagieren, etwas aufbauen wollen und damit Vielfalt an die Fakultäten bringen. Solche Gruppen wollen wir unterstützen.

7. Bei der Wahl zum StuPa 2017 haben sich nur 7 % der Studierenden beteiligt. Warum sollten Studierende an der Wahl zum StuPa 2018 teilnehmen? Was können sie damit beeinflussen?
Studierende sollten ihr Recht wahrnehmen und wählen gehen, weil es durch die Wahlbeteiligung eine Chance gibt, etwas an dem Unwissen und der Unzufriedenheit zu ändern.
Das StuPa ist die höchste Form der studentischen Vertretung, die am meisten an der Uni bewegen kann. Fachschaften können natürlich auch viel erreichen und das Studentenleben auf der Mikroebene verbessern. Doch die Arbeit im StuPa hat wesentlich mehr Einfluss auf die gesamte HU. Daher sollten die Studierenden ihr Recht wahrnehmen und wählen gehen.
Es existiert viel Unwissen oder Unzufriedenheit darüber, wie es im StuPa läuft. Mit der Wahlbeteiligung gibt es die Chance, daran tatsächlich etwas zu verändern. Außerdem gibt es viele Listen, die Gutes für die Studierendenschaft leisten wollen. Es wäre schade, wenn diese Möglichkeit nicht genutzt wird.

Kandidierende

1. David Josef Berkes, Economics and Management

2. Sophia Blohm, Volkswirtschaftslehre

3. Joseph Braunfels, Volkswirtschaftslehre

4. Zita Engels, Volkswirtschaftslehre

5. Vincent Fischer, Betriebswirtschaftslehre

6. Maximilian Graf, Mathematik

7. Laura Hucker, Mathematik

8. Beatrix Katzer, Betriebswirtschaftslehre
„Ich heiße Beatrix (Trixi) Katzer, bin 22 Jahre alt und studiere im 7. Semester BWL an der HU. Seit ich angefangen hatte zu studieren, habe ich mich aktiv in unserer Fachschaft engagiert und mitgeholfen, Events an unserer Fakultät zu organisieren und Kommunikationspunkt zwischen Sudierenden und Mitarbeitern an unserer Universität zu sein. Im letzten Jahr war ich Vorsitzende unserer gewählten Fachschaft und habe daher schon mit einigen Mitgliedern der Liste StuPa Progressiv eng zusammengearbeitet. Wir wollen unser Engagement nun gemeinsam mit weiteren Mitgliedern auf eine höhere universitäre Ebene bringen und uns gemeinsam mit anderen Studierenden generell dafür einsetzen, dass das StudentInnenparlament präsenter und effizienter wird.“

9. Jupp Kerschek, Volkswirtschaftslehre

10. Felix Möller, Chemie


11. Rosanna Piemonte, 1. Semester B.Sc. Betriebswirtschaftslehre
„Da ich schon vor meiner Studienzeit mit Hochschulpolitik in Kontakt gekommen bin, möchte ich mich auch weiterhin für die Interessen der Studierenden einsetzen. Das tue ich zur Zeit in der Fachschaft und möchte es in Zukunft auch im StuPa. Mir ist es wichtig, dass das StuPa für alle Studierenden nachvollziehbare Entscheidungen trifft und mehr mit seiner Arbeit in die Öffentlichkeit tritt.“

12. Christopher Prömel, Volkswirtschaftslehre

13. Valentin Steinforth, Mathematik

14. Julian Tito, Volkswirtschaftslehre

15. Jonathan Verlohren, MEMS

16. Maximilian Heinrich Weber, Mathematik

17. Franziska Wehrmann, Statistik

18. Magdalena Witucka, Volkswirtschaftslehre

 

Kontakt