the autonome alkoholiker_innen.Die LISTE (autoalk)

Bereits seit acht Jahren ist diese Liste im StuPa vertreten, derzeit mit zwei Sitzen. Wir sprachen mit der „Freizeit-Fraktion“ im StuPa.

Ihre Selbstdarstellung zur Wahl 2018 findet ihr ab S. 16 in der Wahlbroschüre des studentisches Wahlvorstandes.

Interview mit Helge

Helge Schuhmann (36) studiert seit 2001 an der HU, zuerst Mathematik im Diplom und aktuell im Bachelor, und war 2006 Mitbegründer der Liste.

1. Es geht darum euch kennenzulernen: Wofür steht allgemein „The autonome alkoholiker_innen.Die LISTE“ ?
Wir stehen für ein alkoholisiertes Studium. Anfang 2017 fusionierten wir, also die autonomen alkoholiker_innen, mit der Liste „Danke, gut – Trackliste, The. (Die LISTE)“ und haben seitdem den Namen „the autonome alkoholiker_innen.Die LISTE“. Mir ist aber gerade nicht so bekannt, wofür diejenigen von The Trackliste stehen.

2. Wie lange ist eure Liste schon aktiv an der HU?
2006 sind wir das erste Mal angetreten. Seitdem haben wir durchgehend versucht, im StuPa vertreten zu sein. Nur zwei Mal hat das nicht geklappt. Ein Mal wurden wir nicht zugelassen, da eine Kandidierende hier kein Wahlrecht hatte, was wir nicht berücksichtigt hatten. Das zweite Mal wurden wir tatsächlich nicht gewählt. Trotzdem sind wir in diesen beiden Jahren zu den Sitzungen des StuPa gegangen. Aktuell haben wir mit der Sitzungsvorbereitung des StuPa ziemlich viel Arbeit, denn zwei von uns sind im Präsidium.

2.1 Gab es einen Anlass zur Gründung 2006?
Irgendwann wollten wir einen Ort, an dem wir Bier trinken können und dachten, das StuPa wäre ein guter Ort dafür. Heutzutage wird dort aber viel weniger Bier getrunken oder geraucht. Ein Vorteil früher war, dass Sitzungen mehr Pausen hatten, ein Nachteil, dass die Stimmung im StuPa auch aggressiver werden konnte.

3. Wofür habt Ihr euch im aktuellen StuPa engagiert, z.B. Anträge, Projekte?
Wir haben uns dafür engagiert, dass das Stadtschloss nach dessen Wiedereröffnung wieder abgerissen wird, da es die Sichtachse in Richtung Nikolaiviertel vom Vorhof des Hauptgebäudes aus beeinträchtigt. Dazu haben wir beantragt, dass Frau Kunst (Präsidentin der HU), ihre Mitgliedschaft im Stiftungsrat der Stiftung „Humboldt Forum im Berliner Schloss“ dazu nutzt, sich für diese Forderung einzusetzen. Das StuPa hat diesen Antrag beschlossen. Bisher hat sie darauf aber leider noch nicht reagiert.

3.1 Macht Ihr mit solchen Anträgen nicht das StuPa unglaubwürdig? Denn, dass das Stadtschloss nicht abgerissen wird, ist ja ziemlich klar.
Andere Anträge machen sich im StuPa lächerlich. Wir waren schon immer so, dass wir lockerere Anträge ins StuPa gebracht haben. Wir überlassen die Glaubwürdigkeit anderen Listen und kümmern uns um die ganz wichtigen Dinge, wie zum Beispiel, dass das Stadtschloss wegkommt.

4. Der studentische Wahlvorstand veröffentlicht zu jeder Wahl die Selbstdarstellung der Listen, so auch 2017. Folgende Fragen haben wir zu Eurem Wahlprogramm:

4.1 Was motiviert euch zur Kandidatur im StuPa, wo bei euren Anliegen doch teils gar nicht klar ist, wie sie umgesetzt werden können? Also zum Beispiel „Bier für fuffzich Pfennig“ oder „ECTS-Offshorekonten“.
Dass wir gehört werden und dass bei Uni-Veranstaltungen der Wein länger als nur für 15 Minuten reicht. Das war früher nicht so. Gerade Erstis sehen damit, dass hier Mangel herrscht.

4.2 Ihr seid sehr aktiv in der Pflege eurer social-media-Kanäle und für euer technisches KnowHow im StuPa gefragt. Habt Ihr auch ein Anliegen bezüglich Digitalität?
Es wäre schön, wenn Vorlesungen gestreamt werden, damit man sie in der Kneipe angucken kann.

4.3 Habt Ihr besondere Bier-Anliegen oder soll mehr Wodka oder Schnaps in der Uni zur Verfügung stehen?
Wir haben keine Präferenz. Die Leute sollen trinken was sie wollen, nur billig und gut.

4.4 Euer Logo erinnert an Die PARTEI. Seid Ihr parteinah?
Es besteht keine Parteinähe zu „die PARTEI“, obwohl es da schwierig wird. Die Liste „Die LISTE“, versteht sich für Hochschulen als das, was „die PARTEI“ für Landes- oder Bundesebene ist. Wir haben mit der HU-Liste fusioniert, aber keine Abhängigkeit zur Bundespartei.

4.5 Seht Ihr euch selbst als Spaßliste?
Nein, wir sind keine Spaßliste. Wir sind eine ernste alkoholpopulistische Liste.

5. Das 25. StuPa geht seinem Ende entgegen. Wie zufrieden seid Ihr mit der vergangenen Legislaturperiode?
Ein bisschen stressig. Die neuen Listen haben Anträge eingebracht, die ich weder unterstützenswert noch gelungen finde. Beispielsweise deren Ideen zur Erhöhung der Wahlbeteiligung. Es ärgert mich, wenn Leute sich nicht mit der Struktur des StuPa auseinandersetzen und nicht im Vorhinein wissen, welche Vorschläge in dessen Rahmen umsetzbar sind. Es zeigt, dass sie unbedarft an die Sache herangehen. Allerdings teile ich deren Anliegen der Erhöhung der Wahlbeteiligung. Es ist aber auch total schwer, die Leute zu mobilisieren. Die niedrige Wahlbeteiligung ist ein Problem, mit dem sich alle im StuPa schon seit Jahren auseinandersetzen, und bisher noch auf keine Idee gekommen sind, die nicht zu teuer oder schwierig umzusetzen ist. Es gab früher schon einmal eine „Elefantenrunde“, in der die Kandidaten der Listen vor der Wahl im Audimax des Hauptgebäudes zusammensitzen und diskutieren. Vielleicht wäre das auch eine Idee.
Die Website des StuPa zu aktualisieren und alle Links zu verwalten wäre viel Arbeit. Wir sehen unsere Liste da auch nicht in der Verantwortung, da es ein StuPa-weites Problem darstellt. Mit twitter und facebook machen wir unsere Öffentlichkeitsarbeit, auch wenn unsere Reichweite begrenzt ist. StuPa und RefRat arbeiten tatsächlich viel zu wenig mit facebook und sozialen Medien, da sie insbesondere in facebook aus nachvollziehbaren, guten Gründen nicht teilnehmen wollen. Andererseits sind dort auch viele Studierende angemeldet, die Reichweite wäre also groß.

6. Im aktuellen StuPa gibt es insgesamt 18 unterschiedliche Listen, aktuell kandidieren 23. Warum sollten die Studierenden bei der kommenden Wahl eure Liste wählen? Wofür werdet Ihr euch einsetzen?
Es wäre schön, wenn wir ein Riesenrad im Innenhof des Hauptgebäudes hätten. Außerdem sollten sie uns wählen, weil sie noch Spaß im Leben haben und merken, dass es neben dem Studium auch noch was anderes gibt. Wir sind sozusagen die Freizeit-Fraktion im StuPa.

7. StuPa, RefRat und Fachschaften erhalten unter anderem über die Beiträge der Studierenden zusammen über rund 780.000 €, ein Drittel davon steht dem StuPa zur Verfügung. Wie wollt Ihr dieses Geld einsetzen?
Wir finden, dass es so ganz gut ausgegeben wird, wie es momentan ist. Die vom StuPa finanziell geförderten Initiativen sind sehr unterstützenswert. Beispiele sind die HumboldtInitiative, die Gerätschaften auf Anfrage an Studis ausgibt oder GO-Spiele ausrichtet, eine gute Studierendenzeitschrift („HUch„), den Kinderladen oder die baldige Antirassismus-Konferenz.
Ich glaube, das Geld ist eigentlich gut verwendet. Studierende haben was davon und können was Sinnvolles damit machen. Ich halte nicht so viel vom Sparen, lieber sollen Leute, die sonst keine Möglichkeiten haben, etwas damit anfangen können.

8. Bei der Wahl zum StuPa 2017 haben sich nur 7 % der Studierenden beteiligt. Warum sollten Studierende an der Wahl zum StuPa 2018 teilnehmen? Was können sie damit beeinflussen?
Ich sehe als einzigen Grund: Weil sie uns wählen sollen! Dass uns momentan weniger als 7% wählen wollen, daran muss gearbeitet werden, ganz deutlich.

Kandidierende

    Normalerweise nennen wir an dieser Stelle die einzelnen Kandidierenden der jeweiligen Liste. Die autoalk-Mitglieder haben uns aber darum gebeten, dies bei Ihnen nicht zu tun.

    Für Interessierte ist die Auflistung der Kandidierenden auf dem Muster-Stimmzettel zur Wahl 2018 (auf der Website des studentischen Wahlvorstandes) einsehbar.

Kontaktmöglichkeiten: