Liberale Hochschulgruppe (LHG)

Die LHG setzt sich für Transparenz im StuPa und RefRat ein, für mehr digitale Angebote und
längere Mensaöffnungszeiten. Sie steht der FDP nahe, ist aber eine unabhängige Organisation und vertritt ihre eigenen Positionen an der HU. In den letzten zehn Jahren war die LHG bis auf 2015 und 2016 in allen StuPa’s vertreten. 2017 wurde die Liste an der HU wieder neu ins Leben gerufen. Mehr dazu und über die Ziele der LHG erfährst Du im Interview mit Julian Reiser, Vorsitzender der Liberalen Hochschulgruppe (LHG).

Um einen Einblick in die Ziele der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) zu erhalten, sprachen wir mit Julian Reiser, 20 Jahre. Er ist Vorsitzender und Spitzenkandidat, studiert Jura im Bachelor und ist derzeit im 3. Semester.

1. Es geht darum euch kennen zu lernen: Wofür steht allgemein eure Liste?

Wir verstehen uns als Vertretung aller Studierenden und versuchen daher auch an allen Standorten präsent zu sein, also nicht nur in Mitte, sondern auch am Campus Charité und Adlershof.

Unser wichtigstes Ziel ist es, uns für Transparenz im StuPa einzusetzen. Das StuPa verwaltet eine Menge Geld von den Studierenden und daher ist es seine Pflicht darüber zu informieren, wofür das Geld eingesetzt wird.

Außerdem wollen wir eine unideologische Vertretung aller Studierenden, also uns bei dem was wir tun an der Realität des Studienalltags orientieren und dabei konkrete Verbesserungen erreichen. Wir setzen uns beispielsweise für eine Verlängerung der Mensaöffnungszeiten ein, statt für eine Nordkorea-Problematisierung.

2. Wie lange ist eure Liste schon aktiv an der HU?

Vor einem Jahr haben wir uns neu gegründet und waren 2017 das erste Mal im StuPa vertreten. Die LHG gab es schon einmal, wurde dann aber wegen fehlendem Nachwuchs aufgelöst.

Bisher war unser Name „Humboldt Reloaded – LHG“, da die gleichnamige Kampagne des Bundesverbandes der Liberalen Hochschulgruppen so gut zur Uni passte. Jetzt haben wir uns wieder umbenannt in „Liberale Hochschulgruppe“ (LHG) aufgrund der Einfachheit und weil wir ohnehin als die liberale Kraft im Parlament gesehen und adressiert wurden.

3. Wofür habt Ihr euch im aktuellen StuPa engagiert? Was habt Ihr erreicht?

In den ersten zwei bis drei Sitzungen mussten wir uns im StuPa erstmal orientieren und mit dem Ablauf vertraut zu machen.

Da wir die Situation der ungenügenden Arbeitsplätze für Studierende in den Bibliotheken unhaltbar finden, hatten wir einen Antrag eingebracht und wollten verschiedene Maßnahmen umsetzen, wie die Verlängerung der Öffnungszeiten, die Öffnung freier Arbeitskabinen oder die sogenannte „Bib-Ampel“. Bei dieser „Bib-Ampel“ kann man sehen, ob noch Plätze frei sind und es überhaupt Sinn macht in die Bibliothek zu kommen. Der Antrag wurde vom StuPa angenommen. Da der Akademische Senat jedoch das Geld für die Bibliotheken vergibt, werden wir im nächsten Schritt dort Überzeugungsarbeit leisten.

In Zusammenarbeit mit dem RCDS (Link) wollen wir uns zukünftig für die Verlängerung der Mensaöffnungszeiten einsetzen. Viele Veranstaltungen gehen bis 18 Uhr, die Mensa schließt aber schon 14.30 Uhr.

4. Der studentische Wahlvorstand veröffentlicht zu jeder Wahl die Selbstdarstellung der Listen, so auch 2017. Folgende Fragen haben wir zu Eurem Wahlprogramm:

Warum gab es letztes Jahr keinen Beitrag von euch in der Wahlbroschüre?

Zugegeben, das haben wir leider vergeigt. Als neue Liste brauchten wir etwas Zeit um uns zu orientieren. Unser Hauptaugenmerk lag aber auch da schon auf Transparenz, der Einführung der CampusCard und die Verlängerung der Mensaöffnungszeiten.

Wie wollt Ihr mehr Transparenz im StuPa herstellen?

Das StuPa soll aktiver auf Studierende zugehen. Dazu gehört, dass die Homepage aktuell ist und sämtliche Infos bereitstellt zu den Sitzungen und Stellenausschreibungen. Zusätzlich könnte es eine Facebook-Seite geben oder Live-Übertragungen von Sitzungen.

5. Das 25. StuPa geht seinem Ende entgegen. Wie zufrieden ist die LHG mit der vergangenen Legislaturperiode?

Mit uns als Liste sind wir sehr zufrieden. Wir haben es geschafft uns zu etablieren und im StuPa einzuarbeiten. Statt sechs haben wir mittlerweile 14 Kandidierede, die aktiv sein wollen und sind als Gruppe stärker präsent.

Mit der Arbeit des StuPa sind wir eher unzufrieden: Wegen dem Umgang dort, der Atmosphäre, der Arbeitsweise und der unzureichenden Öffentlichkeitsarbeit.

6. Im aktuellen StuPa gibt es insgesamt 18 unterschiedliche Listen. Warum sollten die Studierenden bei der kommenden Wahl eure Liste wählen? Wofür werdet Ihr euch einsetzen?

Wir werden uns vor allem für eine bessere Öffentlichkeitsarbeit im StuPa und RefRat einsetzen. Informationen sollen regelmäßig, aktuell und übersichtlich auffindbar sein. Daher muss der Web-Auftritt verbessert werden. Beispielsweise sollte es eine Übersicht geben, wer überhaupt Mitglied im aktuellen StuPa ist. Aktuell wird für Öffentlichkeitsarbeit 15.000 Euro ausgegeben und der Plan ist, im nächsten Jahr 30.000 Euro dafür zu verwenden. Es ist unklar, was mit diesem Geld überhaupt passiert.

Außerdem setzen wir uns weiterhin für eine verlängerte Mensaöffnungszeit, sowie die weitergehende Digitalisierung der Universität ein.

7. StuPa, RefRat & Fachschaften erhalten unter anderem über die Beiträge der Studierenden zusammen über rund 780.000 €, rund ein drittel davon steht dem StuPa zur Verfügung. Wie würdet Ihr dieses Geld einsetzen?

Erstmal wollen wir unnötige Ausgaben einschränken und beispielsweise den RefRat verschlanken. Zuerst müssen wir überprüfen, welche Arbeit in den einzelnen Referaten geleistet wird, welche Erfolge es gibt und inwiefern es sich um Aufgabengebiete des StuPa handelt. Eventuell könnten Referate zusammen gelegt werden, beispielsweise das Referat für Antifaschismus und das Referat für Antirassismus.

Es ist völlig in Ordnung das Geld auszuschöpfen. Wenn Geld übrig bleibt, könnte der Semesterbeitrag der Studierenden angepasst werden.

Uns ist wichtig, dass das Geld sinnvoll verwendet wird, es im StuPa ein anderes Verständnis gibt, mit wessen Geld hier umgegangen wird und dass Verwendungszweck sowie letztendliche Verbleib des Geldes transparent sind.

Sofern das rechtlich möglich ist, können wir uns vorstellen Mensen und Bibliotheken, für längere Öffnungszeiten zu bezuschussen.

8. Bei der Wahl zum StuPa 2017 haben sich nur 7 % der Studierenden beteiligt. Warum sollten Studierende an der Wahl zum StuPa 2018 teilnehmen? Was können sie damit beeinflussen?

Ich selber habe mir geschworen an jeder demokratischen Wahl teilzunehmen, denn ich lebe in dem glücklichen Zustand, in einem Land zu leben in dem ich wählen gehen darf.

Studierende sollten sich an den StuPa-Wahlen beteiligen, weil es um viel Geld geht und alle Studierende das Parlament jedes Semester finanzieren. Daher sollten sie auch mitbestimmen, wer über ihr Geld entscheidet.

Mit der Wahlbeteiligung erhöhen Studierende die demokratische Legitimation des StuPa, die dieser eigentlich braucht. Dass nicht alle die LHG wählen und eventuell andere Interessen haben, ist kein Problem. Das wichtigste ist überhaupt wählen zu gehen.

Kontakt:

Facebook: https://de-de.facebook.com/LHG.HU.Berlin/

Bundesverband Liberale Hochschulgruppen: http://liberale-hochschulgruppen.de/